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Auf der Suche nach guten Lehrlingen - Ausbildung 2010, SZ-Serie

Trapp Elektro-Anlagenbau wirbt um Nachwuchs – SZ-Serie, Teil 3

Mehr und mehr Firmen spüren einen Mangel an Bewerbern um ihre Ausbildungsplätze und werben um Nachwuchs. Die Firma Trapp Elektro-Anlagenbau hat zum Beispiel Schulklassen zu einem Praxistag eingeladen.

Von SZ-Redaktionsmitglied Gregor Haschnik

Spiesen-Elversberg. Demografischer Wandel – auch Unternehmerin Heike Trapp hatte immer wieder Berichte gelesen, in denen von dieser Entwicklung die Rede war: immer mehr ältere, und immer weniger junge Menschen, auch und vor allem im Saarland. Spürbar wurde diese Tendenz für sie allerdings erst im vergangenen Jahr, als sie Bewerbungen für Ausbildungsplätze in der von ihrem Mann geführten Firma Axel Trapp Elektro-Anlagenbau sichtete.

Heike Trapp hat es zwar geschafft, qualifizierte Bewerber zu finden, aber: „Die Auswahl war minimal. Und in den kommenden Jahren wird es immer schwieriger für uns werden, guten Nachwuchs zu finden, auch weil viele Schulabgänger Schwächen haben im Lesen, Schreiben und – was bei uns besonders schwer wiegt – in den Naturwissenschaften.“

Der demografische Wandel beginnt sich auf den saarländischen Ausbildungsmarkt auszuwirken: Bereits 2009 konnten hiesige Handwerksbetriebe Dutzende freier Lehrstellen nicht besetzen. In den kommenden Jahren dürfte sich der Bewerbermangel verschärfen. Denn in zehn Jahren wird es im Saarland ein Viertel weniger Schulabgänger als heute geben.

Deshalb hat Heike Trapp beschlossen, für eine Ausbildung in ihrem Unternehmen zu werben. Sie bietet bereits seit Jahren Praktika an und stellt ihre Ausbildungsberufe Mechatroniker, Elektroniker und Kaufmann für Bürokommunikation auf Messen vor.

In diesem Jahr hat sie zusätzlich Schüler aus zwei achten Klassen der Erweiterten Realschule Spiesen-Elversberg zu einer Erkundungstour eingeladen. Die Schüler wurden nicht nur durchs Unternehmen geführt, sondern durften Mitarbeiter befragen, ihnen über die Schulter schauen – und sich auch selbst handwerklich betätigen. Sie sahen, wie ein Kühlhaus und eine Zapfanlage funktionieren, verlegten Kabel, isolierten sie und bauten Kabelbäume.

Einen solchen Austausch zwischen Schulen und Firmen fördern auch die saarländische Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer (HWK). Sie bringen Unternehmen und interessierte Schulen zusammen und können auch Firmenbesuche vermitteln.

Es sei zwar gut, wenn sich Jugendliche im Internet über Berufe informierten, sagt Trapp. „Aber noch viel besser ist es, wenn sie vor Ort mit allen Sinnen erfahren, was einen Beruf ausmacht: wenn sie durchgeschmorte Leitungen riechen und mit anpacken.“

Trapps Werbung für eine Ausbildung in ihrem Betrieb scheint bereits gefruchtet zu haben. Einige der Schüler der Erweiterten Realschule wollen ein Praktikum in ihrer Firma machen. Trapp will auch in den kommenden Jahren Schüler zu sich einladen: „Ich hoffe, dass der Besuch die Schüler auch motiviert, sich mehr in Mathe, Physik und Chemie anzustrengen. Ich hoffe, dass sie hier sehen, dass das oft mühsame Lernen durchaus einen Sinn hat und nützlich sein kann“, sagt Trapp.

Sie hofft darauf, dass einige der Schüler Elektroniker oder Mechatroniker werden wollen. Die beiden Ausbildungsberufe sind anspruchsvoll. Dreieinhalb Jahre dauert die Lehrzeit; die Azubis müssen nicht nur handwerklich begabt, sondern auch fit in Naturwissenschaften sein. Doch der Einsatz lohnt sich. Nach der Ausbildung winkt eine Festanstellung.


 

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